|
|
|
Im Zentrum des Staates Luxemburg entsteht ein ehrgeiziges Tunnelprojekt für die Nordautobahn A5. 420.000 Kubikmeter Erdmasse wurden ausgegraben und gesprengt, die Gesamtkosten des Projekts Gousselerbierg liegen bei 100 Mio. Euro. Die Doppelröhren werden voraussichtlich Anfang 2005 eröffnet. Für die Entwässerung des Tunnels entwickelte die ACO Drain Passavant GmbH eine Sonderlösung, die auf einem bewährten Schlitzrinnensystem aus Polymerbeton basiert. Ihr Kennzeichen: höchste Funktionalität bei schneller und kostengünstiger Montage.
Am Gousselerbierg sind zwei Tunnelröhren von je rund 2.700 m Länge zu entwässern, die eine S-Kurve mit Radien von 1.650 bzw. 1.000 m beschreiben. Vorbild für die Entwässerungslösung ist der Markusbierg mit seinen Doppelröhren von je ca. 1.600 m. Er gehört zur Autobahn A 13 Saarland - Luxemburg und ging Mitte 2003 in Betrieb. Allein in der Schweiz wurden schon über 22.000 m ACO Tunnelrinnen verlegt. Auch in anderen Ländern kann der Hersteller auf umfangreiche Erfahrungen mit der Tunnelentwässerung verweisen, etwa in Italien bei der Umfahrung Naturns. Hier wurden insgesamt 3.300 m Schlitzrinnen aus Polymerbeton verarbeitet.
Mit dem Bauherrn und dem Planer des Projekts Gousselerbierg, dem Staat Luxemburg und dem renommierten Luxemburger Ingenieurbüro Schroeder & Ass., trat ACO Drain Passavant bereits Ende 1999 in Verbindung. Anfang 2002 erhielt die Arbeitsgemeinschaft SPIE Batignolles TP, Fougerolle Borie, Giorgetti und Soludec den Zuschlag. Die Firmen Giorgetti und Soludec, die auch für den Einbau der ACO Schlitzrinnen beauftragt werden, haben schon zahlreiche Lösungen dieser Art umgesetzt. Mitte 2002 begann die Zusammenarbeit mit den ACO Tunnelspezialisten aus der Schweiz und Deutschland. Gemeinsam entwickelte man ein Schlitzrinnenmodell, dessen Konstruktion und Geometrie den objektspezifischen Bedingungen, zum Beispiel dem sehr geringen Gefälle, Rechnung trägt. Wegen der besonderen Lasten in dem groß dimensionierten Tunnel wurden die Rinnen gegenüber dem Serienmodell zusätzlich ausgesteift.
Polymerbeton versus Stahlbeton Ursprünglich hatte man in der Ausschreibung ein Schlitzrinnensystem aus Stahlbeton vorgesehen. Ende 2002 fiel jedoch die endgültige Entscheidung für die Objektlösung von ACO Drain Passavant. Ausschlaggebend war die hervorragende Eignung des porenarmen Polymerbetons für die - auch sicherheitstechnisch - hohen Anforderungen des Standorts. Der Werkstoff der Rinnen ist absolut wasserundurchlässig. Durch die glatte Oberfläche fließen Wasser und Schmutzpartikel trotz des geringen Geländegefälles gut ab. Frostschäden sind ausgeschlossen. Darüber hinaus ist ACO Polymerbeton bei gleicher Belastbarkeit leichter als ähnliche Werkstoffe und lässt sich besser und kostengünstiger verarbeiten. Die Rinnenkörper sind auch ohne zusätzliche Beschichtung beständig gegenüber aggressiven Chemikalien. Weitere Eigenschaften liegen in der sehr hohen Biege- und Druckfestigkeit sowie der besonderen Langlebigkeit. Auch die technische Ausführung der ACO Tunnelrinnen überzeugten Bauherrn, Planer und Verarbeiter. Die Elemente sind passgenau, die eingeformte CR-Dichtung ermöglicht einen zügigen Einbau, zudem lassen sich Passstücke leicht und sauber zuschneiden und wieder zusammensetzen. Alle Bauteile werden montagefertig mit glatter Oberfläche geliefert, müssen also nicht nachgeschliffen werden. Auch spätere Reinigungsarbeiten gestalten sich unaufwendig.
Schlanke Lösung, wenig Aushub Ein Fertigelement der ACO Schlitzrinne Typ 5, die am Gousselerbierg eingesetzt wurde, ist 2,5 m lang. Der Fließquerschnitt entspricht einem Durchmesser von 36 cm. Damit wird eine Abflussmenge von mindestens 100 l/s auf 50 m Länge erfüllt, wie von der RABT gefordert. Obwohl es sich um eine deutsche Richtlinie handelt, wurde sie auch bei dem Tunnelprojekt in Luxemburg zugrunde gelegt. Zukünftig ist außerdem die DIN EN 1433 zu berücksichtigen. Für Beton fordert die neue Euronorm im Zusammenhang mit der nationalen Vornorm V 19580 aufgrund der Wasseraufnahme und der klimatischen Bedingungen den Nachweis der höchsten Qualitätsstufe W. Wegen seiner spezifischen Materialeigenschaften wird diesbezüglich an Polymerbeton allerdings keine besondere Anforderung gestellt.
Bei Rinnen aus Stahlbeton verlangt die DIN EN 1433 eine höhere Überdeckung der Stahlbewehrung als bisher, damit die Systeme besser vor Umwelteinflüssen und insbesondere Tausalz geschützt sind. Auch hier bewähren sich die Materialeigenschaften des Polymerbetons. Weil er flüssigkeitsdicht und medienresistent ist, können die Außenabmessungen geringer gehalten werden als bei einer EN-gemäßen Lösung aus Stahlbeton. Die Folge: Durch die kleinen Außenmaße der Schlitzrinnen aus Polymerbeton bleibt im Bankett mehr Platz für Infrastrukturinstallationen, und bei nachträglichem Einbau entsteht ein vergleichsweise geringer Aushub.
Planer können zwischen ACO Tunnelrinnen wählen, die einen Fließquerschnitt entsprechend 30 - 42 cm Durchmesser haben. Objektlösungen auf Basis der fünf Grundmodelle sind auch kurzfristig möglich - ein besonderer Service, den die Anwendungstechnik des Herstellers anbietet. Wenn unvorhergesehene Ereignisse eintreten, lassen sich sogar noch während der Bauphase technische Details anpassen und individuelle Rinnenvarianten gießen. Mit Speziallösungen für die Tunnelentwässerung wird sich ACO Drain Passavant auch bei den nachfolgenden Ausschreibungen in Luxemburg bewerben. Der Gousselerbierg ist einer von drei Tunneln, die im Rahmen des Großprojekts Nordstraße gebaut werden. Als nächstes kommen die Tunnel Grouft (2.950 m) und Stafelter (1.850 m) hinzu. Die Bohrungen stehen noch aus.
|